Pflege und Versorgung nach dem Krankenhaus?

Haushaltshilfe und Kurzzeitpflege auch ohne Pfleggrad.

Besonders nach einem Krankenhausaufenthalt, ei­ner ambulanten OP oder einer schwerwiegenden Erkrankung brauchen viele – vor allem ältere – Menschen Pflege und Hilfe im Haushalt. Wenn die Voraussetzungen für einen Pflegegrad nicht gegeben sind, haben An­gehörige oft große Schwie­rigkei­ten die Versorgung für die begrenzte Zeit zu organi­sieren. Häufig ist das auch ein finanzielles Problem. Mit dem Krankenhausstrukturgesetz, das seit 1.1.2016 in Kraft ist, wurde hier eine wichtige Lücke in der Versorgung geschlossen. Jetzt können für eine begrenzte Übergangszeit Hilfen im Haushalt und Grundpflege verordnet oder sogar eine „Kurzzeitpflege“ bean­tragt werden.

Haushaltshilfe

konzeptIm Rahmen der häuslichen Krankenpflege (§ 37 Abs. 1a SGB V) können Personen, die keinen Pflegegrad haben, wegen schwerer Krankheit oder wegen akuter Ver­schlimmerung einer Krank­heit, insbe­sondere nach einem Krankenhausaufent­halt, nach einer ambulanten Operation oder nach einer ambulanten Krankenhausbehandlung, die erforderli­che Grundpflege und hauswirtschaftliche Versor­gung bekommen. Ein gleichzeitiger Bedarf an Behandlungspflege ist nicht notwendig. Es kann auch eine Haushalthilfe für bis zu vier Wochen verordnet werden (§ 38 Abs. 1 SGB V). Falls erforder­lich, ist eine Ver­längerung nach Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MdK) möglich.

Alternativ: „Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad“

Wenn eine Versorgung zu Hause nicht möglich ist, be­steht jetzt neu der Anspruch auf Übergangs­pflege: „Kurz­zeitpflege ohne Pflegegrad“ (§ 39c SGB V). Hier kann eine Person im Anschluss an einen Kran­kenhausaufenthalt für vier Wochen in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung (in der Regel eine Angebot der stationären Pflegeeinrichtungen) versorgt werden. Es besteht ein analoger An­spruch wie bei der Kurzzeipflege für Menschen mit einem Pflegegrad. Das be­deutet ein Zuschuss von bis zu 1.612 € pro Kalenderjahr für die Pflege und Betreuung in der Einrich­tung. Alle wei­teren Kosten z.B. für Unter­kunft und Verpflegung müs­sen selbst getragen werden. Diese neue Leistung ist ein weiterer Baustein, der die ambulante Betreuung und Pflege von Men­schen si­chern soll und den sorgen­den Angehörigen die Ver­einbarkeit von Beruf und Pflege erleich­tern kann.