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Beim Pflegen gesund bleiben – Aufbauseminar Teil 2 zum Gesundheitsschutz nicht erwerbsmäßig Pflegender

Seminarleitung

Alexandra Daldrup

Ort

Dülmen

Termin

11. November - 13. November

Seminarinhalt

  • Ausgleichsübungen zur Gesunderhaltung des Körpers und der Psyche
  • Gefahren durch Vereinsamung
  • Feldenkrais-Methode: Bewusstheit durch Bewegung
  • Physische und seelische Entspannung mal anders: Kreatives Entspannen im Alltag

Zielgruppe

  • Pflegefachkräfte aus Alten- und Krankenpflege, die Kurse für pflegende Angehörige leiten und/oder in der Pflegeberatung tätig sind
  • Pflegefachberaterinnen und Pflegefachberater, Pflegekräfte der Pflegekassen und alle, die in der Angehörigenpflege tätig sind
  • Medizinische Fachangestellte aus Arztpraxen
  • Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter aus Pflegeberatungsbüros und Pflegestützpunkte

Beschreibung
Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Seminar ist der Besuch des Grundseminars.

Bitte bringen Sie eine Decke/Matte, ein kleines Kissen sowie Sportbekleidung und Sportschuhe mit.

Durch die Teilnahme können Fortbildungspunkte für die „Registrierung beruflich Pflegender®“ erworben werden. Die genaue Anzahl entnehmen Sie bitte den Teilnahmebescheinigungen.

Weitere Informationen
Beim Pflegen gesund bleiben - Aufbauseminar Teil 2 zum Gesundheitsschutz nicht erwerbsmäßig Pflegender
Wenn die Pflege eines Angehörigen sich über einen längeren Zeitraum hinzieht, erleben pflegende Angehörige oft eine zunehmende Vereinsamung.

Von Verwandten, Freunden, Kollegen und Nachbarn erfahren Pflegende und Gepflegte zwar in unterschiedlicher Ausprägung Betroffenheit und Anteilnahme, doch bei länger sich hinziehender Pflegesituation und Entwicklung der oft schwer wiegenden Auswirkungen der Erkrankung werden die Kontakte und Nachfragen immer weniger. Eine schwere Erkrankung zieht viele für Außenstehende ungewohnte und manchmal auch unangenehme, den Alltag oft dominierende und beeinträchtigende Situationen nach sich, die anderen oft nicht zugemutet werden sollen. Ein besonderer Rückzugsgrund ist häufig gegeben, wenn Persönlichkeit und Verhalten der Pflegebedürftigen stark verändert sind (sie zum Beispiel an Demenz oder einer anderen Gehirnerkrankung erkrankt sind). Außenstehende sollen oft mit diesen Auswirkungen nicht konfrontiert werden. Scham, Angst vor Identitätsverlust und Schuldgefühle aufgrund der oft so empfundenen eigenen Unzulänglichkeit spielen in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Wer nicht mehr im Berufsleben steht, erfährt sehr schnell, wie sich die beruflich geknüpften sozialen Netzwerke auflösen. Dies erleben Angehörige, die aufgrund einer Pflegesituation ihre Berufstätigkeit aufgeben oder reduzieren, dies erleben aber auch Angehörige, die ihre Alltagskontakte nicht mehr wahrnehmen können. Normale Alltagskontakte aus Beruf, Sportverein oder Freizeitgruppen lösen sich als erstes auf, es folgen die Kontakte zu Bekannten, Nachbarn und Freunden. Außenstehenden fällt es in der Regel schwer, sich mit der Pflegesituation auseinanderzusetzen. Viele Menschen neigen dazu, Kontakt lieber zu vermeiden, um nicht in Verlegenheit um die richtigen Worte zu kommen oder vielleicht zu stören. Sowohl Pflegebedürftige als auch Pflegende erfahren so eine schleichende Vereinsamung. Manche pflegenden Angehörigen ziehen sich im Laufe der Zeit auch bewusst aus ihrem sozialen Umfeld zurück, weil sie merken, dass ihnen die gut gemeinten Ratschläge anderer nicht helfen, sie fühlen sich damit eher unverstanden und alleingelassen. Freunde und Verwandte sind oft nicht in der Lage dazu, adäquat auf die Probleme und Belastungen der Pflegenden einzugehen und können mit den gefühlsmäßig oft sehr belasteten Veränderungen nicht angemessen umgehen. Viele Pflegende sind im Laufe der Pflegesituation und der immer enger werdenden Beziehung zwischen Pflegeperson und Gepflegtem irgendwann oft überzeugt, dass kein anderer sich so kümmern kann wie sie es tun. Um Kontakte oder eigene Interessen wahrzunehmen, nehmen sie sich nicht mehr die Zeit und erleben Schuldgefühle, wenn sie diesen doch einmal nachgehen. Empfinden von Einsamkeit führt zu depressiven Verstimmungen. Die Wahrnehmung bestehender Probleme verstärkt sich und Entlastungsmöglichkeiten gehen verloren. Selbsthilfegruppen oder Gespräche mit Beratern oder Therapeuten könnten theoretisch wertvolle Unterstützung bieten, werden aber aus den o.g. Gründen ebenfalls in den meisten Fällen nicht wahrgenommen.

Eine wesentliche gesellschaftliche Aufgabe in den kommenden Jahren wird es sein, die besonderen Belastungen pflegender Angehöriger im Kontext von Einsamkeit zu erkennen, zu identifizieren, zu benennen, zu enttabuisieren, damit einen neuen Umgang zu finden, Wege aus der Einsamkeit heraus aufzuzeigen und Lösungsansätze zu entwickeln, um da anzusetzen, wo dies in der individuellen Pflegesituation geboten und möglich ist. Ein Ansatz hierfür ist die Information und Sensibilisierung einer möglichst breiten Bevölkerung. Die sich mit den betroffenen Personen unmittelbar in Kontakt befindlichen professionell Pflegenden, Pflegeberatende und weitere im Umfeld der Pflegesituation Beteiligte sind die Zielpersonen und Multiplikatoren, die es in einem ersten Schritt zu erreichen gilt und die mit dem vorliegenden Seminar angesprochen werden. Beratung kann dazu beitragen, pflegenden Angehörigen Wege aus der Vereinsamung aufzuzeigen:

Neben der Kenntnis über und den Kontakten zu Anbietern und Diensten, Einrichtungen und Alltagshilfen brauchen Pflegende wie Pflegebedürftige den Kontakt mit anderen Menschen, den Austausch mit anderen im Berufsleben, im Sportverein, mit der Familie, mit Freunden und Nachbarn. Beratung kann pflegende Angehörige hier zielgerichtet und wirksam unterstützen, wenn der empathische und wertschätzende Umgang mit den Betroffenen und der Pflegesituation gelingt, wenn Akzeptanz und Vertrauen im Beratungskontakt entwickelt werden und die beratenden Personen über die Kenntnisse zur Definierung, Identifizierung, Auswirkungen und über gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge zu den verschiedenen Aspekten im Umgang mit und von Vereinsamung verfügen. Handwerkszeug hierzu wird im Seminar vorgestellt und erarbeitet.