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Trauern ist die Lösung, nicht das Problem (Chris Paul)

Seminarleitung

Alexandra Daldrup

Ort

Münster

Termin

25. März - 26. März

Seminarinhalt

  • Überblick über die gesetzliche Unfallversicherung und Handlungsfelder der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen
  • Die Pflegeunfallversicherung
  • Verlust und Trauer als Themen pflegender Angehöriger
  • Strategien zur Unterstützung der Verarbeitung von Verlust und Trauer
  • Methoden bewusster Entspannung

Zielgruppe

  • Beschäftigte der kommunalen Pflege-, Wohn- und Seniorenberatungsstellen sowie der Pflegestützpunkte
  • Pflegeberaterinnen und Pflegeberater der Pflegekassen
  • Pflegekräfte aus dem ambulanten und stationären Bereich
  • Pflegekursleiterinnen und Pflegekursleiter

Beschreibung
Bitte bringen Sie eine Decke/Matte, ein kleines Kissen sowie Sportbekleidung und Sportschuhe mit. Durch die Teilnahme können Fortbildungspunkte für die „Registrierung beruflich Pflegender®“ erworben werden.

Weitere Informationen
Trauern ist die Lösung, nicht das Problem (Chris Paul)

Verlust eines Partners durch Trennung oder Scheidung, eines Freundes oder Bekannten durch Orts- und Wohnungswechsel. Aber auch ein Arbeitsplatzverlust, der Verlust von Fähigkeiten durch Krankheit oder im Alter, das Verlieren von Körperfunktionen bei Unfällen kann erschwerte Trauerreaktionen und Depression bei Betroffenen sowie pflegenden An- und Zugehörigen nach sich ziehen.

Die Trauerbegleitung hat den gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung zu tragen, da sich immer neue Anforderungen in einer multikulturellen, multireligiösen, aber auch sich säkularisierenden Gesellschaft stellen.

Nicht nur das Verhältnis zum Umgang mit Verlust, Tod und Trauer hat sich verändert. Trauern ist quasi privatisiert, verdrängt oder zum Tabu geworden. Eine zunehmend leistungsorientierte Gesellschaft fordert ihren Tribut in Form von Distanzierung, Verleugnung und Isolation.

So fühlen trauernde An- und Zugehörige sich oft allein gelassen, werden von Sehnsucht nach dem verlorenen Partner oder dem geliebten Kind, von Verzweiflung, mitunter auch von Aggressionen überwältigt. Zum Gefühlsproblem kommt noch eine soziale Problematik hinzu; neben der Trauerreaktion muss auch die eigene Verlassenheit bewältigt werden. Es existiert häufig weder ein konkreter Ort noch gibt es eine konkrete Person, wo derartige Gefühle benannt, ausgesprochen, durchlebt, diskutiert oder ausgetauscht werden können. Die Folge sind oft Rückzug, lange Krankheit, Konzentrationsschwierigkeiten, Lebensunlust, Arbeitsprobleme, d.h. zunehmende Vereinsamung und das Gefühl, nicht verstanden zu werden.

Darüber hinaus erreicht die klassische Seelsorge viele Menschen heutzutage nicht mehr. So erfordert dies auch außerhalb der Kirchen im privaten und beruflichen Setting ein Engagement einfühlsamer, verständnisvoller und wirklichkeitsbezogener Begleitung und (Seel-) Sorge.

Ein förderlicher Umgang mit trauernden Mit-Menschen ist lernbar – die entsprechende Einstellung und Haltung können insbesondere in gesundheitsförderlicher und präventiver Hinsicht nicht früh genug eingeübt werden. In Respekt vor trauernden Menschen und auf Basis einer Haltung, die Trauer als eine natürliche Reaktion auf einen Verlust wertschätzt, ist es wichtig, auf Qualität in den Begleitungsangeboten trauernder Menschen zu achten.

Diese kann dadurch erreicht werden, dass Menschen, die sich dieser Aufgabe im Rahmen einer Multiplikatorenfunktion im betrieblichen Setting stellen, fundierte und fachliche Qualifikationen zum Umgang mit Verlust und Trauer erhalten, die kontinuierlich (auch auf der Grundlage weiterführender wissenschaftlicher Erkenntnisse) weiterentwickelt werden (Bundesverband für Trauerbegleitung, BVT 2017, Qualitätsstandards).

Erfahrungen aus der Hospiz-, Palliativ-, und Trauerarbeit verdeutlichen:

  • Viele trauernde Menschen suchen in ihrer Lebenssituation Begleitung durch Menschen und Organisationen (Institutionen), die ihnen vertrauenswürdig erscheinen.
  • Zur Vermeidung von erschwerten Trauerverläufen hilft trauernden Menschen eine frühzeitige, qualifizierte Begleitung.
  • Trauer- und Sterbebegleitende brauchen Kompetenzen.
  • Kompetenzen müssen vermittelt und erworben werden.
  • Trauerbegleitung als Prozess braucht Menschen, die selbstreflektiert, verantwortungsvoll, sensibel und mit einem vielschichtigen Wissen die Aufgabe übernehmen.

Trauer ist keine Krankheit, sondern eine normale Reaktion auf eine Verlusterfahrung. Die Aufgabe der Trauerbegleitung liegt in der präventiven Gesundheitsförderung, die erschwerte Trauer vermindern hilft.

Mit Blick auf eine stetig steigende Anzahl pflegebedürftger Menschen und damit einhergehend pflegender An- und Zugehöriger ist eine präventionsorientierte Trauerkultur zunehmend bedeutsam und kann von qualifizierten Trauerangeboten und Mitarbeitenden nachhaltig gestützt werden.