Hautpflege


Auszug aus: Zu Hause pflegen – so kann es gelingen!, DGUV Information 207-026

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Pflegende Hände benötigen selbst Pflege!

Hautpflege ist wichtig

In der professionellen Pflege sind beruflich bedingte Hauterkrankungen seit langem als Problem bekannt. Feuchtigkeit sowie Reinigungs- und Desinfektionsmittel belasten die Haut, besonders an den Händen. Bei vorgeschädigter Haut können dann in der Folge Ekzeme und Allergien auftreten. Trockene und juckende Hautstellen sind ein erstes Warnsignal dafür, dass die Haut überlastet ist.

Bei der Pflege durch Angehörige ist die Hautbelastung zwar meist geringer, die Entstehung einer Hauterkrankung ist aber auch hier eine ernst zu nehmende Gefahr. Deshalb ist ein konsequentes Schutz- und Pflegeverhalten wichtig, um die Haut gesund zu erhalten.

Wobei werden Ihre Hände belastet?

  • beim Waschen und Baden des Pflegebedürftigen
  • beim Verwenden von Salben und Cremes
  • bei der eigenen Körperpflege
  • bei der Reinigung und Desinfektion von Gebrauchsgegenständen
  • bei der Essenszubereitung in der Küche
  • bei Reinigungsarbeiten im Haushalt
  • bei der Gartenarbeit
  • beim Tragen von Schutzhandschuhen

Wie funktioniert die Haut und wie zeigen sich Hautprobleme?

Unsere Haut erfüllt erstaunlich viele Aufgaben. Sie ist nicht nur die äußere Hülle unseres Körpers, sondern hat vielfältige Schutz- und Sinnesfunktionen. Sie schützt vor äußeren Einflüssen und vermittelt Sinnesreize wie Kälte, Wärme, Schmerz und Berührung. Normalerweise arbeiten die natürlichen Funktionen so gut, dass die Haut trotz vieler unvermeidlicher Einwirkungen gesund bleibt. Manchmal überschreitet die Hautbelastung aber ein für die jeweilige Person erträgliches Maß. Dann können sich harmlose Hautveränderungen, aber auch ausgeprägte Hauterkrankungen entwickeln, was eine langwierige Behandlung erforderlich machen kann. Damit es gar nicht so weit kommt, sollten Sie unbedingt Ihre Haut unterstützen.

Die Haut besteht aus mehreren Schichten und hat zwei grundlegende Aufgaben. Einerseits soll das Eindringen schädigender Stoffe von außen verhindert werden. Andererseits soll die Feuchtigkeit in den tieferen Schichten nicht verlorengehen. Durch den Säureschutzmantel über der Hornschicht und die Fette zwischen den Hornzellen sind die tieferen Hautschichten eigentlich gut geschützt.

Die Barrierefunktion der Haut kann aber gestört werden. Durch ständigen Kontakt mit Wasser, waschaktiven Substanzen in Reinigungsmitteln, Seifen, Shampoos usw. werden der Säureschutzmantel und im Weiteren auch die Fette zwischen den Hornzellen entfernt. Durch Schwitzen

in Schutzhandschuhen kann die Haut aufquellen und anschließend austrocknen. Schleichend können dann sowohl schädigende Stoffe tiefer eindringen, als auch Wasser nach außen verloren gehen. Erkennbar ist das an trockener, schuppiger und geröteter Haut. Daraus können sich im weiteren Verlauf Abnutzungsekzeme und allergische Ekzeme entwickeln.

Gibt man der Haut genügend Zeit zur Regeneration, heilen Abnutzungsekzeme normalerweise gut ab. Sie können aber schnell wieder auftreten, wenn die schädigenden Einflüsse wiederkehren. Allergische Reaktionen der Haut sind meist schwieriger zu behandeln. Hier hilft oft nur ein konsequentes Meiden der allergieauslösenden Stoffe.

Darauf sollten Sie achten, um Ihre Haut gesund zu erhalten:

  • Haushaltsreiniger sollten möglichst schonend, hautverträglich und allergenarm sein. Beachten Sie auch die jeweilige Dosierungsanleitung.
  • Händedesinfektionsmittel auf rein alkoholischer Basis mit rückfettenden Zusätzen sind zumeist am hautverträglichsten.
  • Desinfizieren Sie Gegenstände und Flächen nur bei besonderen Infektionsgefahren. Das Wischverfahren ist dabei für die Atemwege viel weniger belastend als das Aufsprühen der Desinfektionslösung. Getränkte Desinfektionstücher sind eine Alternative.
  • Verwenden Sie hautneutrale Waschlotionen ohne Konservierungs- und Duftstoffe. Solche Stoffe können allergische Reaktionen hervorrufen.
  • Pflegen Sie Ihre Hände mit Cremes ohne Konservierungs- und Duftstoffe. Verwenden Sie schnell einziehende Cremes für die regelmäßige Pflege „zwischendurch“. Stärker fettende Produkte sind für längere Pausen und zur Nacht geeignet.
  • Bei Schutzhandschuhen gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Typen. Einmalhandschuhe aus Vinyl oder Nitrilkautschuk für Pflegetätigkeiten haben sich bewährt. Bevorzugen Sie möglichst allergenarme Produkte und achten Sie auf die passende Größe. Für Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten sollten Sie langstulpige Nitrilkautschukhandschuhe verwenden, die eine größere Beständigkeit haben und mehrfach benutzt werden können. Schlagen Sie die Stulpen an den Enden um, damit keine Flüssigkeit in den Handschuh laufen kann. Halten Sie mehrere Paar Handschuhe vorrätig und lassen Sie sie nach dem Tragen gut trocknen. Für länger dauernde Tätigkeiten und bei starker Neigung zum Schwitzen sind nahtfreie Unterziehhandschuhe aus Baumwolle empfehlenswert. Diese können gewaschen und wiederverwendet werden.
  • Bei nicht sichtbar verschmutzten Händen ist eine Händedesinfektion hautschonender als ein Waschen der Hände mit Wasser und Seife.

  • Tragen Sie bei der Pflege und bei Arbeiten im Haushalt möglichst keinen Schmuck. Aus hygienischer Sicht und für den Hautschutz ist das besser.
  • Wechseln Sie hautbelastende Tätigkeiten mit anderen Tätigkeiten ab, damit die Haut Zeit zur Erholung hat.
  • Wenn Sie Probleme mit einzelnen Produkten (z .B. Shampoo, Haushaltsreiniger) haben, sollten Sie frühzeitig Alternativprodukte testen.
  • Wenn Sie erste Anzeichen einer Hautschädigung entdecken, sollten Sie rechtzeitig eine Hautärztin oder einen Hautarzt zur Beratung und Behandlung aufsuchen.
  • Der individuelle Zustand der Haut wird erfahrungsgemäß auch durch das psychische bzw. seelische Gleichgewicht beeinflusst. Gehen Sie als Pflegeperson achtsam mit sich um. Das hilft auch Ihrer Haut.